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Im vergangenen Festspielsommer konnte Markus Schmädicke neben seiner Bühnenpräsenz auch sein Gesangstalent zur Geltung bringen: Beim renommierten Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd verkörperte er die Bassbariton-Partie des Kriegsgottes Mars in Joseph Haydns mythologischer Marionettenoper "Philemon und Baucis". Die musikalische Leitung dieses ambitionierten Musiktheater-Projekts lag in Händen der griechischen Komponistin Konstantia Gourzi, von der auch die Spielfassung des Haydn-Fragments stammt. In der Inszenierung von Nilufar Katharina Münzing, Absolventin der Bayerischen Theaterakademie August Everding und Gastregisseurin am Bayerischen Staatsschauspiel, hinterließ der Abend nicht nur bei der Presse einen tiefen Eindruck: "Mit einem großen Aufgebot junger internationaler Künstler wurde ein Gesamtkunstwerk realisiert, das einfach ansteckte. Und das Ganze gelang dermaßen lebendig, jung und frisch, dass man nur begeistert sein konnte!"

Im April 2010 feierte Schmädicke im Münchner Theater Heppel und Ettlich mit einem aktuellen Zweipersonenstück Premiere: In "Zimmer 35" lotet die Autorin und Regisseurin Stephanie Pedros die fragile Beziehung zwischen einer Psychotherapeutin und ihrem Patienten aus. Ein Abend zwischen Ernst und Komik, dem die Münchner Abendzeitung "Woody Allen-Qualität" bescheinigte.

Bereits 2008 konnte Markus Schmädicke am Münchner Theater Blaue Maus als Schauspieler und Sänger überzeugen - in einem unterhaltsamen Abend mit Texten und Songs des dadaistischen Sprachkünstlers Kurt Schwitters. Zugleich war er an der festlichen Wiedereröffnung des Münchner Cuvilliés-Theaters beteiligt, einem Großereignis des bayerischen Kulturlebens: Als Mitglied des von dem namhaften Choreographen Marco Santi einstudierten Bewegungschores belebte Schmädicke die Staatsopern-Produktion von Mozarts "Idomeneo", die von Staatsschauspiel-Intendant Dieter Dorn inszeniert, von Jürgen Rose ausgestattet und von Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigiert wurde.

2006 stand Markus Schmädicke in dem Einakter "Erster Klasse" von Ludwig Thoma in der Kleinen Komödie am Max II in München auf der Bühne; in der amüsanten Inszenierung von Peter Bernhardt spielte er den Assessor Alfred von Kleewitz. Zuvor, im Sommer 2005, verkörperte Schmädicke den kraftvollen Proletarier Al in dem Beziehungsdrama "Zärtlich" von Abi Morgan am Münchner Theater Halle 7, Regie führte Claus Peter Seifert.

Markus Schmädicke hatte seit Dezember 2004 einen mehrjährigen Stückvertrag an den Münchner Kammerspielen: In Andreas Kriegenburgs hochgelobter und mit mehreren Preisen ausgezeichneter Inszenierung von Friedrich Hebbels Nibelungen-Trilogie sprach Schmädicke den Prolog des Recken Siegfried, der in dieser Interpretation chorisch angelegt war. Im selben Jahr arbeitete er auch erstmals mit dem Regisseur Christof Loy an der Bayerischen Staatsoper in München zusammen.

Seinen künstlerischen Durchbruch erlebte Markus Schmädicke mit Lessings "Minna von Barnhelm": In einer vielbeachteten Inszenierung des Regisseurs Stephan Rottkamp, bis 2009 Oberspielleiter am Düsseldorfer Schauspielhaus und regelmäßiger Gast am Stuttgarter Staatsschauspiel, spielte er 2001 am Münchner Teamtheater den Diener Just des Majors von Tellheim. Zu diesem Zeitpunkt hatte der in Berlin aufgewachsene Schauspieler bereits viel Erfahrung in unterschiedlichen Genres gesammelt.

Dreieinhalb Jahre lang studierte Schmädicke an der Theaterwerkstatt Charlottenburg, einer staatlich anerkannten Schauspielschule in Berlin, die vom ehemaligen Intendanten des Staatstheaters Bukarest, dem rumänischen Theatermann Valentin Platareanu, geleitet wird. 1998 dann debütierte Schmädicke am legendären Theater des Westens in dem Erfolgs-Musical "Dreamgirls". Sein Handwerk lernte Schmädicke von der Pieke auf durch Tourneetheater, Comedy, Kinder- und Jugendtheater sowie durch Improvisationstheater.

Bei renommierten Festspielen wie in Bad Hersfeld konnte Schmädicke sein Repertoire stetig erweitern. Ein Jahres-Engagement für die Spielzeit 2002/2003 beim traditionsreichen Theater an der Rott in Eggenfelden ermöglichte dem facettenreichen Darsteller auch einen Ausflug in die Operette, wo er in Lehárs "Zarewitsch" einen senilen Oberst verkörperte und damit seine komödiantische Seite unter Beweis stellen konnte. Schmädicke wirkte zudem bei mehreren Open Air-Aufführungen mit, etwa in Peter Shaffers "Amadeus" oder als Demetrius in Shakespeares "Sommernachtstraum".

Seit 1998 lebt Markus Schmädicke in München, sein zweiter Wohnsitz ist nach wie vor Berlin. 2001 war er bei der spektakulären, kontrovers diskutierten Münchner Produktion von Terrence McNally's "Corpus Christi" mit von der Partie. Das Sprechtheater ist denn auch die Domäne von Schmädicke, der von der ZAV-Künstlervermittlung vertreten wird. Daneben hatte er Gelegenheit, für Film und Fernsehen zu arbeiten - so wurde er von Joachim Kunzendorf im Synchronsprechen ausgebildet und war anschließend in Berliner und Münchner Studios unter Vertrag. Außerdem stand Schmädicke u.a. für zwei "Marienhof"-Staffeln vor der Kamera und war in der Serie "Sylvia - Eine Klasse für sich" Dialog-Partner von Uschi Glas.


Fridemann Leipold, Bayerischer Rundfunk